Naturtau Blog

Bienenschwarm von Baum gepflückt!

Gemeinsam mit meiner Imkerfreundin Helga konnte ich dieses Jahr 10 Bienenstöcke gut über die kalte Saison bringen und im März auswintern. Sie haben sich sehr gut entwickelt und wir haben eine große Freude. Die Bienen tragen auch schon fleißig Honig ein.


Jedes Jahr fangen einige der Völker zu schwärmen an. Das Schwärmen ist die natürliche Vermehrung der Bienenvölker und sie folgen damit ihrem natürlichen Instinkt. Sie wissen selbst am besten wann es Zeit ist. Die Arbeiterinnen züchten sich eine neue Königin und die alte Königin zieht mit einem Teil vom Volk aus uns sucht sich eine neue Behausung. Einerseits freut uns die Vermehrung, andererseits möchten wir als Imkerinnen das schwärmende Volk natürlich nicht verlieren. Oft bemerkt man es gar nicht, da sich die Damen meist schnell aus dem Staub machen.


Die meisten Schwärme bilden sich im Mai an warmen eher schwülen Tagen. Meist um die Mittagszeit verlassen sie das alte Heim und auf einmal versammeln sich Tausende Bienen rund um einen Ast und machen dabei richtig Lärm. Meine Kinder sagen es hört sich wie ein Hubschrauberflug an.
 Es ist ein richtiges Spektakel! So bedrohlich sich ein solcher Bienenschwarm anhört, so “harmlos“ ist er. Die lieben Damen machen sich ganz andere Sorgen - innerhalb von 3 Tagen muss die perfekte Behausung gefunden werden - und stechen dabei selten. Sie wollen die Königin schützen und haben das Bestreben sich zu einer Traube zu sammeln um so ihr Überleben zu sichern. Für drei Tage haben die Schwarmbienen Honigvorrat in der Honigblase und sind daher richtig dick. Das Ausfahren des Stachels ist dementsprechend beschwerlich.



Dieses Jahr hat die Schwarmsaison auf Grund des Wetters etwas später begonnen und wir konnten diese Woche einen Schwarm erwischen und haben ihn vom Baum gepflückt. Juhu.


Die Mädels sind vorschriftsmäßig an einem wunderschönen Maitag gegen die Mittagszeit aus ihrer alten Behausung ausgezogen und sich auf Helgas Magnolienbaum gesammelt. Die Schwärme lieben diesen Baum und wir haben gute Karten beim Einfangen. Aus welchem Stock sie gekommen sind, können wir nicht sagen. Wir wissen aber von Weiselzellen in drei der Stöcke. Welcher wird es wohl gewesen sein?


Mit einer Leiter, einem großen Kübel, Nelkentuch, Sprühflasche mit Wasser und einem Schüttelhacken geht es los. Die Leiter unter dem Schwarm positioniert. Mit dem Imkergewand steige ich nach oben und versuche den Kübel über das Volk zu schieben. Helga sprüht vorher noch den Schwarm mit Wasser ein und macht ihn dadurch schwerer. So lässt er sich leichter pflücken. Dann mit dem Hacken ordentlich schütteln und ein Großteil der Bienen – hoffentlich mit Königin – fällt in den Kübel. Die restlichen Bienen brausen auf und machen mächtig Lärm. Es ist zuweilen recht eindrucksvoll. Das Nelkentuch legen wir anschließend über den Kübel und der Duft der Nelken beruhigt das Volk ein wenig.


Nach dem Einfangen bieten wir dem Volk wie gewohnt eine neue Beute (Bienenstock) samt vorbereiteter Mittelwände (vorgefertigte Bienenwachsplatten in der bekannten Sechseckform) als neues Heim an und hoffen, es gefällt ihnen! Bis dato hatten wir damit ein glückliches Händchen und die Damen sind uns immer geblieben. Liegt vermutlich an der schönen Landschaft, dem guten Honig und der netten Nachbarschaft. Wir hoffen es auch dieses Mal zu schaffen und leeren sie nach einer kurzen Verschnaufpause aus dem Kübel in die vorbereitete Beute. Im Imkerjargon heißt es – wir schlagen die Bienen in die Beute ein.


Helga und ich sind jedes Mal etwas aufgeregt und es ist einfach etwas Besonderes und für uns richtig aufregend, wenn sich so viele Bienen in die Luft bewegen.


Die Aktion scheint übrigens geglückt und wir haben ein neues Bienenvolk und haben es mittlerweile neben unsere anderen stellen können. Wir sind glücklich und dankbar mit diesen tollen Geschöpften arbeiten zu können. Und natürlich schmeckt uns der Honig. Mitte Juni wird es hoffentlich wieder so weit den ersten Honig zu ernten.


Bis bald eure Sabine und ihre Damen

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